Interview mit Jury-Mitglied Reto Baumgartner

«Mich freut es besonders, dass neben den Grossbetrieben wie beispielsweise Migros, auch immer wieder Klein- und Kleinstbetriebe den Basler Sozialpreis gewinnen.» Lesen Sie mehr über das soziale Engagement von Basler KMU im Interview mit Reto Baumgartner, Leiter Berufsbildung und Personal beim Gewerbeverband Basel-Stadt.

Frage: Weshalb engagieren Sie sich für den Basler Sozialpreis? Was ist Ihre Motivation?
Reto Baumgartner: Als Vertreter eines Dachverbandes ist mir dieses Engagement sehr wichtig. Unsere KMU sind sehr «sozial», hängen dies jedoch nicht an die grosse Glocke. Umso mehr freut es mich, dass jedes Jahr einige KMU in die enge Wahl für den Sozialpreis kommen. Interessant ist der Prozess in der Jury, wie wir zu unserer Auswahl kommen. Es ist ein stimmiges, aber auch kritisches Gremium.

Welches spezielle Erlebnis im Zusammenhang mit dem Sozialpreis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Mich freut es besonders, dass neben den Grossbetrieben wie beispielsweise Migros, auch immer wieder Klein- und Kleinstbetriebe den Preis gewinnen. Dabei stellen wir in der Jury jeweils ein grosses Engagement der Unternehmensleitung fest. Das ist bravourös, und dafür spreche ich meinen  grössten Respekt aus; neben dem Tagesgeschäft als Unternehmerinnen oder Unternehmer auch den sozialen Gedanken zu leben und mit zu tragen.

Wie lange sind Sie bereits in der Jury des Sozialpreises tätig, und wie sind Sie dazu gekommen?
Ich bin 2014, als der Basler Sozialpreis nach fünfjähriger Pause wieder lanciert wurde, in die Jury gewählt worden. Bei der Anfrage an den Gewerbeverband Basel-Stadt stellte ich mich gerne zur Verfügung, denn das Thema liegt mir am Herzen. Viele mir bekannte KMU engagieren sich sehr stark für Ihre Mitarbeitenden, hängen dies gegen Aussen jedoch nicht an die grosse Glocke. Trotzdem heisst es immer wieder, die Wirtschaft «ist nicht sozial», - dem möchte ich Gegensteuer geben.

Was ist Ihre Funktion in Ihrem Unternehmen?
Seit 19 Jahren bin ich beim Gewerbeverband Basel-Stadt tätig. Ich leite dort den Bereich Berufsbildung und bin für das Personal zuständig.

Was kann der Gewerbeverband einem Menschen bieten, der zum Beispiel nach einem Unfall eine Behinderung hat und seinem erlernten Beruf nicht mehr nachgehen kann?
Zurzeit bieten wir für die IV eine Vorbereitungsmassnahme im ersten Arbeitsmarkt an. Wir begleiten eine Person auf dem Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt, in dem wir sie bei uns im Team der Berufsbildung integrieren und diese Person uns bei Projekten unterstützt. Dies bei einem stetig steigenden Arbeitsvolumen. Parallel dazu bewirbt sich die Person bei Unternehmen mit dem Ziel, wieder Fuss zu fassen.    


Kurzporträt Gewerbeverband Basel-Stadt
Der Gewerbeverband Basel-Stadt ist eine traditionsreiche Arbeitgeberorganisation im Kanton Basel-Stadt. Seit 1834 vertritt der Verband die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Region Basel. Getreu dem Motto «Unsere Unternehmen – gemeinsam besser» engagiert sich der Gewerbeverband Basel-Stadt für das Wohl der KMU-Wirtschaft und der gesamten Region. Drei Bereiche stehen im Fokus:

  • Schaltstelle zwischen Wirtschaft und Politik
  • Dienstleistungszentrum
  • Berufsbildung


Mehr Infos unter www.gewerbe-basel.ch

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