Interview mit Jury-Mitglied Urs Hagenbuch

Für Urs Hagenbuch, Geschäftsleiter von CO13, ist es wichtig, Unternehmen für Anliegen von Menschen mit einer Einschränkung zu sensibilisieren – als Jury-Mitglied des Basler Sozialpreises für die Wirtschaft kann er dies erreichen.

Frage: Weshalb engagieren Sie sich für den Basler Sozialpreis?
Was ist Ihre Motivation?
Urs Hagenbuch: Mir liegt es am Herzen, dass Menschen mit Einschränkungen und ihre Anliegen ernst genommen werden; sie sind Teil unserer Gesellschaft. Insbesondere vertrete ich die Interessen von psychisch beeinträchtigten Menschen. Als Jury-Mitglied beim Basler Sozialpreis für die Wirtschaft ist es mir möglich, dies zu erreichen. Denn dieser Preis hat die wichtige Funktion, Unternehmen für Anliegen von Menschen mit einer Einschränkung zu sensibilisieren. Als Geschäftsleiter der CO13 in Basel bin ich zusätzlich motiviert, da ich tagtäglich im Rahmen unseres Auftrags „Menschen mit Unterstützungsbedarf auszubilden“, immer wieder aufs Neue eindrücklich erlebe, dass das Thema Arbeit für alle Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist.

Gibt es ein spezielles Erlebnis, welches Sie schildern möchten?
Wir von CO13 haben schon mehrmals Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, für den Basler Sozialpreis vorgeschlagen. Es ist uns ein Anliegen, den Firmen für ihren jeweils grossen Einsatz zu danken. Selbstverständlich gehe ich im Prozess der Bewertung dieser Firmen jeweils in den Ausstand. Mit der Steuergruppe der Jury besuche ich regelmässig die Unternehmen, die für den Preis nominiert worden sind. Normalerweise verlaufen diese Besuche unspektakulär, aber eine Firma hat sich so gefreut, nominiert zu sein, dass sie extra für unseren Besuch ein Video zum Betrieb aufgenommen haben. Solche Erlebnisse machen umso mehr Freude und bleiben besonders gut in Erinnerung.

Wie lange sind Sie bereits in der Jury des Sozialpreises tätig?
Mittlerweile bin ich schon das dritte Jahr in der Jury. Dazu gekommen bin ich, weil die IG Prikop (https://www.prikop.ch/home.html), wo ich im Vorstand bin, ein Projekt erarbeitet hatte, um zusammen mit der GGG (https://www.ggg-basel.ch) einen Preis an Firmen zu vergeben, welche sich in der Integrationsarbeit engagieren. Doch dann erfuhren wir, dass der Kanton den Basler Sozialpreis für die Wirtschaft verleiht. Wir suchten den Zusammenschluss, und seither hat die IG Prikop einen festen Platz in der Jury, welchen ich  zurzeit gerne einnehme.

Was ist Ihre Funktion in Ihrem Unternehmen?
Ich bin Geschäftsleiter der CO13. Der Name ist die Abkürzung für unsere Adresse: Colmarerstrasse 13.

Wie kann CO13 einem Menschen helfen, der z.B. nach einem Unfall eine Behinderung hat und seinem erlernten Beruf nicht mehr nachgehen kann? Oder einem Jugendlichen, der auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Lehrstelle findet?
CO13 ist ein soziales Unternehmen mit vielen Möglichkeiten, die Anliegen der Betroffenen individuell zu unterstützen. Wir bieten drei Kompetenzbereiche: Bereich Training mit den Angeboten Lernhaus und Basis, Bereich Ausbildung und Produktion mit den vier Abteilungen Büroservice, Textilatelier, Hausdienst mit Bistro und Hauswartung sowie der Velowerkstatt und Bereich Integration mit den Angeboten Coaching, begleitete Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt und MyWay (https://co13.ch/myway). Mit dieser durchgängigen Palette können wir den Menschen wirksam unterstützen. Immer wieder bekommen wir die Rückmeldung, wie wohlwollend und effektiv die Betroffenen unsere Unterstützung wahrgenommen haben, was uns natürlich sehr freut.


CO13 ist ein soziales Unternehmen an der Colmarerstrasse 13 mit dem Auftrag, Menschen in der Arbeitsintegration zu begleiten. Dies wird in drei Kompetenzbereichen umgesetzt: Training, Ausbildung mit vier Produktionsabteilungen sowie dem Bereich Integration. Jährlich werden ca. 120, vorwiegend jüngere Menschen mit unterschiedlichen Herausforderungen, im Auftrag der kantonalen Behindertenhilfe, der Sozialhilfe, des Amts für Wirtschaft und Arbeit Kanton Basel-Stadt oder der Invalidenversicherung unterstützt. CO13 ist ein Lernbetrieb. Darum wird die Produktion konsequent als Mittel der Förderung eingesetzt. Alle zum Verkauf angebotenen Produkte werden durch die Lernenden selbst produziert. Die Fachpersonen begleiten die Lernenden intensiv. CO13 ist als Verein organisiert und arbeitet vernetzt und pflegt vielfältige Kontakte mit Vertreterinnen und Vertretern von Behörden, sozialen Institutionen, Unternehmen, Schulen und Verbänden.
 

Weitere Informationen zu CO13 sowie deren Angebote finden Sie hier: www.co13.ch

 

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